Informationen nach 6 TDG  |  

Sie sind hier: 

>> Energieholz - Beschaffung - Aussichten  >> Energieholzbeschaffung - amtliche Einschätzung 

Energieholzbeschaffung - amtliche Einschätzung

Beurteilung der Versorgungslage - 10.2010

Beurteilung der Versorgungslage mit naturbelassenem Holz, bzw. Hackschnitzel in Hinblick auf den beabsichtigen Bau eines Biomasseheiz(kraft)werks im Rahmen des Genehmigungsverfahrens:

Der prognostizierte Jahresbedarf an naturbelassener Biomasse (Hackschnitzel aus Holz, Rinde, Landschaftspflegematerial) wird mit ca. 42.000 Schüttraummeter, bzw. 12.000 Tonnen atro angegeben. Dieses Material soll bevorzugt aus regional nahe gelegenen Wäldern bezogen werden. Die Betreiber haben sich mit diesen Vorgaben ein hohes Ziel gesteckt:

Das jährliche Waldenergieholzpotenzial in Oberbayern beläuft sich auf ca. 800.000 t atro (Quelle:http://www.lwfbavern.de/veroeffentlichungen/lwf-wissen/53/index.php). Ca. 2/3 dieses Potenzials liegt im Privatwald < 20 ha (650.000 t atro).
Die Menge des verfügbaren Materials hängt davon ab, wie Waldenergieholz definiert wird und welche Sortimente bzw. Sortimentsanteile berücksichtigt werden. Die größte Unsicherheit in der Einschätzung des Energieholzaufkommens resultiert allerdings aus dem Nutzungsverhalten der Waldbesitzer.

So bewirkt eine Änderung des Einschlagsverhaltens (z.B. Erhöhung des Anteils an Sägeholz) eine Verringerung des Waldenergieholzpotenzials. Auch hat die Energieholznutzung seit 2005 aufgrund der gestiegenen Olpreise stark zugenommen; Diese Steigerung resultiert i.w. aus der Zunahme der neu installierten Feuerungsanlagen, insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich.

Eine (noch unveröffentliche) Studie der TU München zu dem potentiellen Energieholzaufkommen in den beiden Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen weist inzwischen eine Eigenverbrauchsquote aller privaten Waldbesitzer von 40 bis 50 % aus. Ob weitere Reserven mobilisiert werden können, hängt vor allem vom Erfolg der Bemühungen der regional tätigen Waldbesitzervereinigungen ab.

In Oberbayern werden derzeit über 45 Biomasseheiz(kraft)werke betrieben, die neben dem genehmigten Einsatz von Altholz u.a. auch Hackschnitzel aus naturbelassenem Holz einsetzen. In der Summe können schon derzeit die erforderlichen Brennstoffmengen nicht mehr in vollem Umfang aus den örtlichen Quellen bedient werden. Die Waldbesitzervereinigungen wenden selbst erhöhte Anstrengungen dafür auf, die Lieferkontrakte mit Kommunen oder privaten Betrieben erfüllen zu können.

Die dauerhafte und sichere Versorgung des geplanten Werkes ist ein hoch gestecktes und ehrgeiziges Ziel. Deshalb empfehlen wir vorab Gespräche mit den Waldbesitzern (BaySF, FBG/WBVs, größere kommunale und private Forstbetriebe) zu führen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, bzw. die notwendigen Rahmenbedingungen (z.B. Energieholzpreise inkl. Preisgleitklauseln) richtig einordnen zu können.

Druckbare Version